Dr. Heinrich Steffensmeier – der Gründer

Dr. Heinrich Steffensmeier – der Gründer

Vieles was uns heute als Heinrich Steffensmeier GmbH & Co. KG auszeichnet, entspringt der bewegenden Vita und den Werten unseres Gründers Heinrich Steffensmeier. Im Folgenden wollen wir Ihnen diese herausragende Persönlichkeit näher vorstellen. Ihm haben das Unternehmen, aber auch der gesamte Wirtschaftsstandort Essen, viel zu verdanken!

Jugend und Ausbildung in den Wirren des Ersten Weltkrieges

Heinrich Steffensmeier wird am 02. März 1893 in Verlar geboren. Fast unmittelbar nach Abschluss seines Abiturs am Gymnasium Paderborn im Jahre 1913 wird er zum Kriegsdienst eingezogen und erlebt die Grauen es Krieges am eigenen Leib. Ende 1914 kehrt er nach schwerer Verwundung in die Heimat zurück.

Bereits in dieser frühen Phase seines Lebens beweist Heinrich Steffensmeier, dass er nicht leicht beigibt. Kaum genesen beginnt er das Studium der Nationalökonomie (heute Volkswirtschaftslehre), welches ihn nach München, London, Berlin und Münster führt. 1917 schließt er das Studium mit seiner erfolgreichen Promotion ab. Bis zum Kriegsende 1918 arbeitet er als Referent im Kriegsausschuss für Ersatzfutter in Berlin.

Berliner Jahre mit prägendem Einfluss

1919 tritt Dr. Heinrich Steffensmeier der Deutschen Zentrumspartei bei und bleibt bis ins Jahr 1921 im Staatsdienst. Im Reichsfinanzministerium leitet er den Auslandsbereich der Presseabteilung. Doch dann treibt ihn sein Unternehmergeist in die Privatwirtschaft und bis 1930 arbeitet er erfolgreich als ständiger Wirtschaftsprüfer und Treuhänder in der Hauptstadt.

Mindestens ebenso prägend wie seine ersten politischen und beruflichen Schritte, sind für Dr. Heinrich Steffensmeier seine Tätigkeit als freier Mitarbeiter für verschiedene Zeitungen und Verlage und sein reger persönlicher Kontakt zum Zirkel um Carl Sonnenschein. Sonnenschein und Steffensmeier eint der Wunsch nach sozialer Erneuerung und Gleichberechtigung, sowie ihr soziales Engagement. Bei beiden handelt es sich um Charaktere, die selbst anfassen und bereit sind, Hürden und Widerstände zu überwinden.

Aktivität im Ruhrgebiet und im Widerstand während des Zweiten Weltkriegs

1930 findet Dr. Heinrich Steffensmeier als Direktor des Möbelhauses Schürrmann mit Filialen in Essen, Dortmund, Köln und Amsterdam seinen Weg ins Ruhrgebiet. Parallel setzt er seine politische Arbeit in der Zentrumspartei fort. 1934 schließlich gründet Dr. Heinrich Steffensmeier an der Essener Marktkirche das nach ihm benannte Teppichhaus.

Die NS Zeit und der Zweite Weltkrieg stellen Charakter und Fähigkeiten von Dr. Heinrich Steffensmeier erneut auf eine harte Probe. Steffensmeiers Ehefrau Hilda ist Jüdin. Besonders deswegen und aufgrund seiner aufrichtig demokratischen Einstellung sieht sich Steffensmeier Repressalien des Regimes ausgesetzt. Aufgrund seiner starken Überzeugung und seiner Charakterfestigkeit schließt er sich dem Widerstandskreis um den Essener Apotheker Erich Leimkugel an. Zusammen mit dem Lebensmittelgroßhändler Peter Pauly gelingt es Leimkugel und Steffensmeier, Hilda und weiteren Personen erfolgreich zur Flucht aus Deutschland zu verhelfen.

Doch dies bleibt nicht die einzige Herausforderung der Kriegsjahre. Denn durch das Bombardement der Allierten werden große Teile Essens und im Jahre 1943 auch das Teppichgeschäft in der Innenstadt total zerstört. Ein kleiner Lichtblick ist, dass einige Teppichbestände anderweitig gelagert sind und diese später auch vor der Beschlagnahmung durch die Siegermächte bewahrt werden können.

Nachkriegszeit, früher Tod und Nachfolge

Unmittelbar nach Kriegsenede, im Jahr 1945, packt Dr. Heinrich Steffensmeier beherzt an und tatsächlich wendet sich das Blatt zum Guten. Die Repressalien unter dem NS Regime wandeln sich unter den Allierten zum Vorteil: Steffensmeier darf frühzeitig wieder politisch und wirtschaftlich aktiv werden – und dies tut er in beeindruckender Art und Weise.

Binnen kürzester Zeit holt er seine Frau Hilda zurück und überträgt ihr und der gemeinsamen Tochter Helga das Teppichgeschäft. Er selbst hilft nicht nur bei der Neugründung der Zentrumspartei, sondern wird auch Mitinhaber und Geschäftsführer des Rhein-Ruhr-Verlages, Herausgeber der Rhein-Ruhr-Zeitung, aus der später das Essener Tageblatt hervorgeht.

Doch nicht nur das. Steffensmeier wird Mitglied des Essener Stadtrats, übernimmt zudem Vizepräsidentschaft der Industrie- und Handelskammer in Essen, wird Vorsitzender des Essener Einzelhandelsverbands und stellvertrender Präsident des Einzelhandels NRW. In diesen Funktionen ist er entscheidend daran beteiligt, das Städtemarketing auszurichten und aus Essen „Die Einkaufsstadt“ zu formen.

Am 17.07.1947 rückt Dr. Heinrich Steffensmeier als Abgeordneter der Zentrumspartei in den nordrhein-westfälischen Landtag nach. Hier tritt er 1949 in die CDU Fraktion über und bleibt dort bis Mitte des Jahres 1950 aktiv.

Parallel dazu zeigen auch die Damen des Hauses Steffensmeier aus welchem Holz sie geschnitzt sind und eröffnen 1948 das Teppichhaus Steffensmeier neu. Als behelfsmäßige Verkaufsräume werden dabei zunächst 2 Büroräume der Dresdener Bank in der Essener Innenstadt angemietet, bevor im Jahr 1949 erneut ein eigenes Ladenlokal bezogen werden kann.

Zusammen mit dem späteren Geschäftsführer, Heinrich Vogelwiesche, schreiben Hilda und Helga Steffensmeier eine beachtliche Erfolgsgeschichte. In den kommenden Jahren steigt Steffensmeier zu einem der führenden Teppichhäuser Deutschlands auf und bezieht im Jahr 1952 sogar die prestigeträchtigen Räumlichkeiten im Gebäude der Essener Lichtburg an der Kettwiger Straße, die bis heute vielen Essenern im Gedächtnisgeblieben sind.

Entscheidender Erfolgsfaktor bleibt, dass sich das Unternehmen als Teil eines größeren Ganzen betrachtet und mit der Stadt und weiteren Händlern kooperiert. Vogelwiesche engagiert sich gleich in mehreren Einkaufsgemeinschaften und Handelsverbänden in leitender Position. 1984 wird er für seine Verdienste um den kleinen und mittelständischen Einzelhandel mit dem Bundesverdienstkreuz am Bande ausgezeichnet.

Heinrich Steffensmeier selbst erlebt die Erfolge seines Unternehmens leider nicht mehr. 1951 stirbt Dr. Heinrich Steffensmeier völlig unerwartet im Alter von 58 Jahren. Viel zu früh hinterlässt er ein ebenso beeindruckendes wie inspierendes Lebenswerk.

Stöbern Sie in originalen Zeitungsartikeln über das Leben und Wirken des Dr. Heinrich Steffensmeier:

  • Neueröffnung der Steffensmeier Filiale nach dem 2. Weltkrieg
  • Widerstand im Dritten Reich
  • Nachrufsammlung nach dem Ableben von Dr. Heinrich Steffensmeier
  • Nachrufsammlung nach dem Ableben von Hilda Steffensmeier
  • Die Heinrich Steffensmeier GmbH & Co. KG der Gegenwart

    Auch heute noch orientiert sich das Unternehmen an den Werten und Zielen seines Gründers. Die Heinrich Steffensmeier GmbH & Co. KG steht für ein offenes, faires und menschliches Miteinander sei es im Umgang mit unseren sehr geschätzten Kunden oder beim Zusammenhalt der Mitarbeiter untereinander.

    Das multikulturelle Team lebt aktive Integration und ein friedliches und freundschafltliches Miteinander. Auch nach außen setzt man weiterhin auf Kooperationen mit anderen Einzelhändlern und das gemeinschaftliche Engagement in verschiedenen Unternehmensnetzwerken.

    Der frühzeitige Einstieg in die Digitalisierung und den Online-Handel, sowie der Aufbau einer eigenen Handwerkssparte wurden ein Stück weit von der lebendigen Erinnerung an den unternehmerischen Mut und der Charakterstärke der Familie Steffensmeier inspieriert und machen das Unternehmen auch heute noch zu einem gewichtigen Faktor in Essen und dem Ruhrgebiet.

    Wir freuen uns auf Ihren Besuch

    Überzeugen Sie sich gerne persönlich von der Bodenständigkeit des Traditionsunternehmenes Steffensmeier, den sorgfältigen Handwerksleistungen und den hochwertigen Produkten und besuchen Sie uns in unserer Filiale in Altenessen. Wir freuen uns, Sie beraten zu dürfen!